Straßenbetreuung

Die Betreuung „auf der Straße“ richtet sich an Jugendliche, die den Großteil ihrer Zeit nicht in ihrem Elternhaus verbringen und (bisher) in keiner Maßnahme Fuß fassen konnten.

Die Phase zu Beginn der Betreuung ist in der Regel eher durch „Hinterherlaufen“ als durch „Aufsuchen“ gekennzeichnet und dient dem Aufbau von kontinuierlichen Kontakten und der Entwicklung von gegenseitigem Vertrauen zwischen Betreuten und Betreuenden. Dabei richtet sich die Betreuung nach dem jeweiligen Aufenthaltsort des Jugendlichen und findet meist im Umfeld der Bahnhöfe oder Notschlaf- bzw. Schutzstellen statt.

Grundsätzlich unterliegt die Betreuung „auf der Straße“ keinem geschlossenen Konzept und ist nicht an Forderungen oder „Bringschuld“ gebunden. Dies soll den Jugendlichen ermöglichen, sich auf das Beziehungsangebot der Betreuenden einlassen zu können.

Die Betreuung kann unterschiedliche Elemente, wie Begleitung zu Ämtern / Schlafstellen, Vermittlung in andere / weitere Maßnahmen, Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Eltern o. ä. enthalten.

Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern und einen Teil zur Grundversorgung beizutragen, verfügen die Betreuenden über ein „Handgeld“. Davon können Nahrungsmittel oder Hygieneartikel erworben aber auch Ausflüge durchgeführt werden. Zusätzlich stehen die Räumlichkeiten der Einrichtung zur Verfügung, um gemeinsam zu kochen oder auch die Wäsche zu waschen.

Ziele

  • Verhindern eines weiteren „Abrutschens“ oder „Verschwindens“ des Jugendlichen
  • Sicherstellen der Grundversorgung der Jugendlichen
  • Stärkung der Bindung zwischen Betreuten und Betreuenden
  • Neuversorgung / Klärung des sozialen Umfeldes der Jugendlichen
  • Loslösung aus negativ beeinflussenden sozialen Systemen
  • Gemeinsame Entwicklung möglicher Perspektiven jenseits der Straße
  • Vermittlung in weiterführende Hilfen wie MOB oder IBW

Qualitätsmerkmale

  • Parteilichkeit
  • 24 / 7 Erreichbarkeit der Betreuer
  • Direkte Krisenintervention
  • Kontinuierliche (Bezugs-) Betreuung im individuellen Umfeld des Jugendlichen
  • Absolute Transparenz in der Arbeit mit allen Beteiligten
  • Jegliche Interventionen setzen das Einverständnis des Jugendlichen voraus